Where Thought Took Shape
Moritz Schlick and the Vienna Circle
Patti besuchte in Wien auch mehrere Orte, an denen die Geschichte von Moritz Schlick und dem Wiener Kreis bis heute gegenwärtig ist: die Universität, das Ernst-Mach-Denkmal, Schlicks Grab, sein ehemaliges Wohnhaus und das Café Goldegg.
Der Physiker und Philosoph Moritz Schlick wurde 1922 an die Universität Wien berufen. Dort übernahm er eine Professur für Naturphilosophie, die zuvor mit den Namen Ernst Mach und Ludwig Boltzmann verbunden war. Um ihn verbanden sich naturwissenschaftliche Tradition, neue mathematische Logik und die Suche nach einer Philosophie der Klarheit und überprüfbaren Erkenntnis. Ab 1924 trafen sich Mathematiker, Physiker und Philosophen regelmäßig in seinem Umfeld. Zunächst sprach man vom Schlick-Kreis; 1929 trat die Gruppe mit der Programmschrift “Wissenschaftliche Weltauffassung. Der Wiener Kreis“ unter jenem Namen an die Öffentlichkeit. Aus dem kleinen Gesprächskreis wurde eine der einflussreichsten Denkbewegungen der Moderne.
Universität Wien
In der Universität hielt Moritz Schlick ab 1924 seine Gespräche über die wissenschaftliche Weltauffassung ab. Aus diesen Zusammenkünften entstand der Wiener Kreis, der zunächst vor allem als Schlick-Kreis bekannt war. Die Gruppe war bemerkenswert vielfältig: Professoren, Studierende und Menschen unterschiedlicher Herkunft gehörten zu ihrem Umfeld. Für die damalige Zeit ungewöhnlich war auch der vergleichsweise hohe Anteil an Frauen.
Auf der sogenannten Philosophentreppe wurde Schlick am 22. Juni 1936 von einem ehemaligen Studenten ermordet. Die 1993 in den Boden eingelassene Inschrift erinnert an ihn als “Protagonist des Wiener Kreises“ und verweist auf ein “durch Rassismus und Intoleranz vergiftetes geistiges Klima“, das zur Tat beigetragen habe. Geht man die Treppe weiter hinauf, gelangt man zur Hall of Philosophy, wo Schlick ebenfalls unterrichtete. So verbindet dieser Ort Lehre, Erinnerung und die Geschichte des Wiener Kreises auf besondere Weise.
Im folgenden Audio berichtet Patti während ihres Besuchs in der Universität von ihrer besonderen Entdeckung dieser Inschrift auf der Philosophentreppe.
Ernst-Mach-Denkmal
Ernst Mach war Physiker, Philosoph und Wissenschaftstheoretiker. Nach ihm ist die Mach-Zahl benannt, die das Verhältnis einer Geschwindigkeit zur Schallgeschwindigkeit beschreibt.
Sein Denken wurde im Wiener Kreis intensiv diskutiert und war auch für Albert Einsteins Auseinandersetzung mit Raum, Zeit und Relativität von Bedeutung.
Moritz Schlick gehörte zu den frühen philosophischen Interpreten der Relativitätstheorie und verwies bei der Enthüllung des Denkmals auf Machs Bedeutung.
Grab von Moritz Schlick
Moritz Schlick wurde seinem Wunsch entsprechend in aller Stille eingeäschert. Sein Grab liegt auf dem Pötzleinsdorfer Friedhof und wird dort als Ehrengrab geführt. Es ist ein ruhiger, schlichter Ort: Der Stein wirkt wie ein Kissen, die Bepflanzung wie eine Decke — zu Ruhe gebettet, umgeben von Natur.
Ehemaliges Wohnhaus
Moritz Schlick und seine Frau Blanche lebten von 1922 bis 1936 in diesem Haus.
Die Wohnung war nicht nur ein privates Zuhause, sondern auch ein intellektueller Treffpunkt, an dem Schlick mit Persönlichkeiten aus dem Umfeld des Wiener Kreises und mit Ludwig Wittgenstein zusammentraf.
Eine Gedenktafel erinnert noch heute an diese Zeit.
Foto: Patti Smith
Café Goldegg
In der Nachbarschaft von Moritz Schlicks ehemaligem Wohnhaus befindet sich das Café Goldegg, das in der damaligen Zeit als Café Dobner bekannt war. Es war ein Ort des Austauschs und diente zudem als Treffpunkt von Gewerkschaftern und Revolutionären Sozialisten. Damit verweist es auf ein weiteres Kapitel der Wiener Geschichte, das in unmittelbarer Nähe zu Schlicks Lebensumfeld sichtbar wird.
Chasing the Shadow of Harry Lime
The Third Man in Vienna
In Wien folgte Patti dem Schatten von Harry Lime.
Carol Reeds The Third Man entstand 1949 nach einem Drehbuch von Graham Greene und wurde zu großen Teilen im noch vom Krieg gezeichneten Wien gedreht. Mit Joseph Cotten, Alida Valli und Orson Welles erzählt der Film von einem Nachkriegs-Wien aus Schatten, Besatzungszonen und moralischen Grauzonen. Unvergessen blieb auch Anton Karas’ Zither-Thema. Bis heute gilt The Third Man als einer der großen Klassiker des britischen Kinos.
The Third Man Theme, Original 1949 Karas studio version
Holly Martins, ein amerikanischer Schriftsteller, kommt nach Wien, weil ihm sein alter Freund Harry Lime eine Arbeit versprochen hat. Doch kurz nach seiner Ankunft erfährt er, dass Lime bei einem Unfall ums Leben gekommen sein soll. Auf der Beerdigung begegnet er Major Calloway und Harrys Freundin Anna.
Je länger Martins in Wien bleibt, desto mehr Zweifel bekommt er an der offiziellen Version. Zeugen widersprechen sich, und bald ist von einem geheimnisvollen “dritten Mann“ die Rede, der am Unfallort gesehen worden sein soll. Martins beginnt nachzuforschen — und entdeckt, dass Harry Lime nicht der Freund war, für den er ihn gehalten hatte…
Die Spuren des dritten Mannes führten Patti unter anderem zum Wiener Zentralfriedhof, zu Drehorten in der Innenstadt und in das Third Man Museum.
Drehort: Zentralfriedhof
Der Wiener Zentralfriedhof ist einer der größten Friedhöfe Europas. Neben den Schauplätzen aus The Third Man besuchte Patti dort auch die Ehrengräber und Denkmäler großer Komponisten, darunter Ludwig van Beethoven, Johann Strauss, Franz Schubert, Johannes Brahms und das Wolfgang Amadeus Mozart-Denkmal.
Im Film spielt der Friedhof gleich zweimal eine wichtige Rolle: zu Beginn, bei Harry Limes vermeintlicher Beerdigung, und später noch einmal am Ende. Auf diese Weise rahmt dieser Ort gewissermaßen den ganzen Film.
Der Grabstein der Familie Eichinger ist in mehreren verschiedenen Friedhofsszenen zu sehen. Der Grund dafür ist, dass eine Nachbildung angefertigt wurde, die mehrfach verwendet werden konnte. Dieser sogenannte “Wander-Grabstein“ befindet sich heute im Third Man Museum.
Die Schlussszene spielt in einer Allee des Zentralfriedhofs: Anna geht an Holly Martins vorbei, ohne ihn eines Blickes zu würdigen.
Drehort: Josefplatz
Hier kommt Holly Martins zu Harrys Wohnung, um ihn zu besuchen. Er erfährt, dass Harry gegenüber vor der Kaiser Joseph II Statue bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei.
Im Hintergrund ist die Österreichische Nationalbibliothek zu sehen. Im Film ruft der Portier von dort herunter und deutet an, dass er mehr über das Geschehen wissen könnte.
Drehort: Michaelerplatz
Dies ist Teil der Falle, die Harry Lime gestellt wird. Zuerst sieht man nur einen Schatten an der Wand und fragt sich: Ist das Harry? Doch dann stellt sich heraus, dass es der Ballonverkäufer ist. Es ist ein kleiner, aber wirkungsvoller Spannungsmoment, weil der Film mit unseren Erwartungen spielt. Gedreht wurde diese Szene an zwei Orten, am Hohen Markt und am Michaelerplatz, und später im Schnitt zusammengefügt.
Drehort: Schreyvogelgasse
Dies ist wahrscheinlich einer der berühmtesten Momente des Films. Holly ist zunächst in Annas Wohnung und macht ihr einen Heiratsantrag. Anna lehnt ab, und Holly geht.
Unten auf dem Platz vor ihrer Wohnung steht eine dunkle Gestalt. Der Mann verschwindet in einem Torbogen. Annas Katze spielt mit seinen Schnürsenkeln.
Holly steht betrunken draußen und ruft in die Dunkelheit. Jemand im Nachbarhaus schaltet das Licht ein, und im Torbogen erscheint das Gesicht von Harry Lime. Für einen Moment wirkt es fast, als würde ein Geist sichtbar.
Das Museum
Das Museum ist ein privates Projekt zweier Enthusiasten. Es besitzt Originaldrehbücher und sogar einen jener Grabsteine, die in den Friedhofsszenen mehrfach auftauchen. Dabei geht es nicht nur um Filmnostalgie — das Museum verbindet den Film auch mit dem Nachkriegs-Wien und der Recherche, die Graham Greene damals betrieb.
Drehort: Prater Riesenrad
Im Juli 2024 besuchte Patti bereits das Prater Riesenrad — ebenfalls auf den Spuren von Harry Lime. Kaum ein anderer Ort in Wien ist so eng mit The Third Man verbunden wie diese Gondel über der Stadt.
Das Riesenrad wurde 1897 erbaut und zählte damals zu den größten Riesenrädern der Welt. Es ist 65 Meter hoch.
Im Film ist es natürlich der Schauplatz der berühmten Harry-Lime-Szene: Er blickt von oben auf die Menschen hinab und sieht sie beinahe nur noch als kleine Punkte. Genau das macht die Szene so verstörend — diese Distanz, diese Kälte.
Während der Fahrt in der Gondel versucht Harry, den Handel mit verdünntem Penicillin zu rechtfertigen, indem er einzelne Menschenleben unbedeutend erscheinen lässt. Besonders deutlich wird das in seiner berühmten “Kuckucksuhr“-Rede über Gewalt und Chaos als angebliche Triebkräfte kultureller Leistung.
Patti Smith Quartet
at Arena Vienna
May 21st, 2026
Das zweite Konzert des Patti Smith Quartet fand in der Arena Wien statt – eine knisternde Atmosphäre, ein begeistertes Publikum.
Song Beneath the Southern Cross
Song Peacable Kingdom
Ausschnitt aus dem Song Space Monkey
Song Gloria
Patti Smith Quartet
at Theater Akzent
May 19th, 2026
Pattis Auftakt bei den 75. Wiener Festwochen führte am Dienstag ins Theater Akzent zu einem intimen Abend mit ihrem Quartett.
Cover The Crystal Ship von The Doors
mit Übergang in Break It Up
Song Fireflies
